...sinnvolle Dinge tun.

Das aber geht in hibbeligen Lebensphasen wie diesen einfach nicht. Und deshalb werde ich sinnlose, aber zeitverschwendende und damit mich dem ungeduldig erwarteten Zeitpunkt nähernde Dinge tun, wie zum Beispiel:

- "Wer wird Millionär" online spielen
- Schokolade essen
- durch alle 40 Programme hin und zurück und hin zappen in der Hoffnung, irgendwann taucht doch noch was Gutes auf
- Gossip-Blogs lesen
- die alten Gilmore Girls Folgen auf DVD weiterschauen und hoffen, dass ich irgendwann müde werde
- masturbieren (ich befürchte, sogar dazu wäre ich zu unkonzentriert)
- mich betrinken (was zum Nachteil hätte, dass ich morgen nicht TOP aussähe und nein, nein nein, nein)
- Exfreunden SMSse schreiben, netter Zeitvertreib
- nochmal Mondscheintarif lesen, nicht zu anstrengend und tröstet in Momenten wie diesen ungemein
- "Das Haus am See" schauen, oder "Wie ein einziger Tag" - um die Latte für morgen auch gleich richtig hoch zu setzen
- mir die Haare färben

Ich entscheide mich für... "Wie ein einziger Tag" (falls ich die DVD finde, die hatte ich nach Pascal irgendwohin geschleudert) und danach noch eine Folge alte Gilmore Girls. Gute Nacht.

Freitag, 9. November 2007, 23:38 I Listen
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Warten ist die absolute Hölle. Was ich auch tue, ich denke daran. Ich kann mich nicht konzentrieren, denke schon wieder daran, muss aufhören zu tun, was ich tue. Muss mich aufs Sofa setzen und hoffen, dass der Fernseher Abwechslung bringt. Was er freitags nie tut. Es kommen doofe Comedy-Sendungen, die im Ausnahmefall zwar selbst mich zum lachen bringen, bei Ungeduld aber eher in den Wahnsinn treiben.

Hibbelig mache ich mir also ne Kanne Tee, in der Hoffnung, mir dabei vielleicht die Finger zu verbrennen, damit eine Notsituation eintritt, ich so irgendjemanden anrufen muss, der dann keine Zeit für mich hat, dann könnte ich sauer sein und würde das Warten für ein paar Momente vergessen. Aber es ist einer dieser seltenen Abende, an denen der Tee auf Anhieb gelingt, kein Wasser auf keinen Finger tropft und ich sogar nichtmal vergesse, die Herdplatte auszuschalten.

Ich warte weiter und denke nach, wie ich mal für ein paar Stunden nicht mehr daran denken würde. Ja, es gibt Arbeit. Sehr viel Arbeit. Wäre ich nicht ich, könnte ich mich nun dort hinein stürzen, damit ich später nicht in Zeitnöte gerate. Ich bin aber ich und scheitere nach einer Minute, weil meine Füße zappeln und ich mich nicht konzentrieren kann, weil ich zwar über das Triple-Tasking-Talent verfüge, dieses aber von dem Gefühl der Ungeduld betäubt wird.

"Er hat Sie in sein Herz geschlossen." Er hat mich in sein Herz geschlossen. In sein Herz! Baboom. Nach nur einem Interview und einem Fototermin werde ich also von seinem Manager mit diesen Zeilen völlig überfordert. Seit mehr als 24 Stunden analysiere ich sieben Worte. Jedes Mal komme ich zum Ergebnis, dass der Mann professionell ist, sowas aus Freundlichkeit schreibt, um sich zu bedanken, aber doch in jedem Fall "in sein Herz geschlossen" durch etwas weniger wiegende Worte wie "er bedankt sich herzlich" hätte ersetzen können, würde er nicht etwas Bestimmtes mitteilen wollen. Dass da also ohne Frage irgend etwas sein muss, dass ich niemals selbst erraten werde - sondern mit eigenen Augen sehen muss. Morgen. Beim Spiel, zu dem ich sowieso gegangen wäre, "zu dem er Sie einladen möchte", zu dem ich nun also wegen ihm, für ihn gehe.

Morgen. Noch ein ganzer Abend, eine ganze Nacht, ein ganzer Morgen, ein ganzer Vormittag, ein ganzer Mittag und ein ganzer Nachmittag. Die absolute Hölle. Bis dahin werde ich weiter analysieren müssen, was "ins Herz geschlossen" bedeutet, bedeuten könnte, was passieren könnte, wenn es bedeutet, was ich hoffe, was passieren würde, wenn der Manager nicht nachgedacht hat und er die Sache mit dem Herzen ganz anders sieht. Hilfe.

Freitag, 9. November 2007, 23:10 I Life
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Freitag, 9. November 2007, 01:09 I Life
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